Die Entwicklung des Schulwesens -Von den Anfängen bis zum Neubeginn 1945

Der Geringschätzung der Bildung entsprach genauso die Geringschätzung der Lehrer, deren Besoldung niemals ausreichte, das Notwendigste ihres Lebensunterhalts zu bestreiten. Lehrer Rabe zum Beispiel war des öfteren krank. Sein schlechter Gesundheitszustand erlaubte es ihm von Jahr zu Jahr immer weniger, sich mit der Landwirtschaft zu beschäftigen. In einem von ihm 1891 nach Schwerin gerichteten Schreiben bat er urn eine jährliche Gehaltserhöhung von 150 Mark. Dieser Antrag wurde abgelehnt mit der Begründung, die Staatskasse erlaube keine Zulage. Ferner erinnerte man ihn an die von ihm verwaltete Postagentur in der Schule als einträgliche Nebenerwerbsquelle. Nach jahrelangen erfolglosen Bemühungen erhielt Lehrer Rabe 1903 endlich die Erlaubnis, alle Dienstländereien - Acker, Wiese und Weide - für 10 Jahre zu verpachten. Dafür zahlten ihm als Verpächter 25 Kleinpächter einen Pachtzins von 652 Reichstaler und 25 Pfennig. Dieses zusammenhängende "Schulland" im Dorf hatte folgende Begrenzung: - Fritz-Reuter-Weg mit angenommener Verlängerung bis Zum Mühlenbach, - Mühlenbach bis zur Schillerstraße, - Schillerstraße ab Mühlenbach bis zur W.-Pieck-Straße, W.-Pieck-Straße bis zum Fritz-Reuter-Weg. Es soll daran erinnert werden, daß die Neue Straße sowie fast alle heutigen Grundstücke in den erwähnten Straßen damals noch nicht vorhanden waren.

Nach der Novemberrevolution 1918 vollzogen sich einige fortschrittliche Veränderungen, die aber grundsätzlich nichts an der Rückständigkeit des Schulwesens änderten. Erwähnt wird in diesem Zusammenhang an die Aufhebung der kirchlichen Schulaufsicht in Mecklenburg-Schwerin. Damit gingen die Rechte der Superintendenten als leitende Schulaufsichtspersonen und Disziplinarvorgesetzte der Lehrer auf die Schulräte über. Auf der anderen Seite blieb jedoch das Bildungsvorrecht der vermögenden Klassen und Schichten erhalten. In dieser Zeit ließen etliche Dabeler Eltern ihre Kinder in Sternberg und Goldberg unterrichten. Sie waren finanziell ohne weiteres dazu in der Lage. Aufgetretene Unregelmäßigkeiten im Zugverkehr auf der am 14. November 1887 in Betrieb genommenen Bahnlinie Wismar-Karow nahmen sie bedenkenlos in Kauf.

Das Dabeler Schulhaus nach 1847
Das Dabeler Schulhaus nach 1847

 

        
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