Die Entwicklung des Schulwesens -Von den Anfängen bis zum Neubeginn 1945

Im Jahre 1831 wurde das gegenwärtig vom Rat der Gemeinde, der staatlichen Zahnarztpraxis und Zentralbibliothek genutzte alte Schulhaus erbaut. Die Bausumme betrug damals 644 Reichstaler und 33 Schilling. Das DA Warin gewährte einen Zuschuß von 225 Reichstaler. Hinzu kam der Erlös aus dem Verkauf der alten Schule. Den Rest mußte die Gemeinde hauptsächlich in Form von Hand- und Spanndiensten aufbringen. Schon einige Jahre später schrieb der amtierende Lehrer Steinbeck in einem Bericht nach Warin: "Die Kinder blieben ohne Kenntnisse. Sie sitzen auf den Bänken, ohne Tische vor sich zu haben." Diese auf die Dauer unerträgliche und trostlose Lage veranlaßte schließlich die großherzoglich-mecklenburgische Landesregierung in Schwerin, eine Erweiterung der Schule um ein "Schullocal" (Klassenraum) zu genehmigen. Nach einem von der Schule und Gemeinde eingereichten Bauplan entstanden des weiteren Räumlichkeiten für den späteren zweiten Lehrer, Dresch- und Futterdiele, Schweine- und Viehställe. Der gesamte Aus- und Umbau wurde 1847 abgeschlossen.

Der nun eingesetzte zusätzliche Lehrer mußte ledig sein. Er durfte nur mit Genehmigung des Ministeriums in Schwerin heiraten. Sehr auffällig trat die Rolle der Kirche als Schulaufsicht bei der Vorbereitung und Durchführung der Schulerweiterung zutage. Alle Angelegenheiten durften nur mit dem Pastor Kirchenrat Beutler in Gägelow beraten und entschieden werden. Der Obergang zur zweiklassigen Schule ermöglichte in der Folgezeit zweifellos die Herabsetzung der Klassenstärke auf 50 bis 60 Schüler und damit eine bessere Durchführung des Unterrichts. Am Bildungsinhalt dagegen änderte sich gar nichts. Nach wie vor standen Bibel, Katechismus und Kirchenlied im Mittelpunkt der Unterrichtsstunden. Weiterhin konnten alle oder einzelne Schulkinder vor allem vom Frühjahr bis zum Herbst für landwirtschaftliche Arbeiten freigestellt werden. Die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal, und sie verbesserten sich später nur langsam. So entstanden erst mit dem zweiten Klassenraum die bislang nicht vorhandenen "Aborte" für Schüler. Die Auseinandersetzungen um einen schuleigenen Brunnen mit dem DA Warin dauerten, sage und schreibe, 21 Jahre. Bis 1870 blieb den Lehrern nichts anderes übrig, als ihr Trinkwasser vom benachbarten Bauern zu holen.

Das Dabeler Schulhaus nach 1847
Das Dabeler Schulhaus nach 1847

 

        
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