Sage vom Armensünderposten

To Dabel bi Borkow steit´n Post, ihrst is´t´n Knirkbusch wäst (mien Dochter hett in Dessin wahnt). Denn Post heff ick sehn.

En Mannsminsch is unschuldig wäst, de Mudder is in Dabel wäst. Se bringen ehr Order: Ehr Soehn sall richt warden. Dor kümmt se antoschriegen un het´n drögen Knirkstock in de Hand (mien Dochter ehr Schwiegermudder het´t mie vertellt, de wier ut Dabel).

Uns Herrgott mücht gäben, dat de Stock utgrönt bet´n annern Morgen. Se stellten Wächter bi de Nacht, dat se dor kenen annern Stock henstecken. Morgens weiht de Wind mit´n grönen Knirkbusch.


[Erzähler: Frau Eggert, 65 Jahre, Sophienhof, Kreis Waren]
[Aufzeichner: Wossidlo 22.09.1912]

Aus: Herr und Knecht
Aus der Sammlung
Richard Wossidlos
Akademie Verlag . Berlin 1960

 

Der Dabeler Sünderposten
Der Sünderposten in Dabel
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