Der Weg ins neue Leben | Teil 3

Wie überall in Mecklenburg, so hörte man auch in Dabel immer öfter den Ruf der Landarbeiter: "Junkerland in Bauernhand!".

Die Agrarfrage galt es, im Interesse der Arbeiterklasse, der Landarbeiter wie auch der Bauern zu lösen. Dem trug der Aufruf der KPD vom 11. 6.1945 Rechnung, wo folgende Forderungen festgeschrieben waren: "Liquidierung des Großgrundbesitzes, der großen Güter der Junker, Grafen und Fürsten und Übergabe ihres ganzen Grund und Bodens sowie dem lebenden und toten Inventar an die Provinzial- bzw. Landesverwaltung zur Zuteilung an die durch den Krieg ruinierten und besitzlos gewordenen Bauern".

Das Organ der KPD in Mecklenburg/Vorpommern Volkszeitung veröffentlichte am 4. September 1945 den Aufruf des Blocks der antifaschistisch-demokratischen Parteien zur demokratischen Bodenreform. Bereits einen Tag später erfolgte die Unterzeichnung der Verordnung zur Durchführung der demokratischen Bodenreform durch das Präsidium der Landesverwaltung, und es fand die bisher größte revolutionäre Aktion deutscher Geschichte ihren Abschluß. Damit wurden endgültig die politischen und ökonomischen Machtpositionen des junkerlichen Großgrundbesitzes eliminiert. Zugleich wurde die entscheidende Grundlage für das Bündnis der Arbeiterklasse mit den werktätigen Bauern gelegt. Viele Umsiedler fanden damit auch eine neue Heimat in Dabel.

Am 19. November 1945 wurde die Bodenreform in Dabel durchgeführt. Der Hof von Bernhard Dinglage wurde aufgesiedelt. Die ehemaligen Landarbeiter Heinrich Schumacher, Friedrich Dankert, Ernst Trost und Friedrich Schlünz erhielten je 10 ha Acker, eingeschlossen Wiesen, Weiden sowie Wald. Weitere 91 Häusler und Umsiedler erhielten ebenfalls Land. Damit wurden 167 ha als persönliches Eigentum und schuldenfrei zur persönlichen Nutzung übergeben.

Das um 1922 errichtete Sägewerk
Das um 1922 errichtete Sägewerk

 

        
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