Zur Entwicklung der Arbeiterklasse in Dabel | Teil 1

In der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurden viele Arbeiter in unserem Dorf sesshaft, denn Dabel war ein friet Dorp (freies Dorf). Sie arbeiteten als Landarbeiter auf dem Gut oder bei den Bauern, in der Forst, als Bauarbeiter im Dorf oder auf den umliegenden Gütern.

Letztere schlossen sich bald zu Innungen (Zimmermannsinnungen, Maurerinnungen usw.) zusammen. Anfang unseres Jahrhunderts konnten sie sich in der SPD organisieren, deren Ortsgruppe 1912 gegründet wurde. In der Gemeindevertretung war zu jener Zeit die Arbeiterklasse lediglich durch zwei Sitze vertreten. Die Gemeindevertretung setzte sich wie folgt zusammen:

1. der·Eigentümer des Resthofes,
2. jeder der 10 Bauern,
3. 2 Sitze für 13 Büdner,
4. alle übrigen Einwohner hatten 2 Sitze.

Von den zwei Sitzen, die die 13 Büdner hatten, ging lange Zeit ein Sitz an Frau Karnatz, geb. Rosenthal, die es verstand, sich als einzige Frau den Männern gegenüber zu behaupten. Sie fuhr ihnen sehr häufig kräftig "über das Maul". Die restlichen Einwohner, die gleichfalls durch zwei Sitze im Gemeindeparlament vertreten waren, waren Vertreter aus der Arbeiterklasse.

Diese Klassenstruktur änderte sich erst, als 1918 demokratische Wahlen durchgeführt wurden. Von nun an hatte die SPD immer die absolute Mehrheit und stellte stets den Bürgermeister. Ihm zur Seite standen zwei Schöffen (dem heutigen Rat entsprechend).

Ein Schöffe wurde stets von der SPD gestellt (bis 1933 wahrgenommen von Paul Köster), der andere von den bürgerlichen Parteien. Gleich nach dem ersten Weltkrieg sprach Carl Moltmann in der Scheune von Karnatz (heute Grundstück Mogck) zu Dabeler Arbeitern.

Das war der Radfahrer-Verein "Wandern" in Dabel mit Paul Hacker, Willi Esche, Paul  Lüth, Karl Soltow, Paul Frick und Willi  Ruthenbeck
Das war der Radfahrer-Verein "Wandern"
in Dabel mit Paul Hacker, Willi Esche, Paul
Lüth, Karl Soltow, Paul Frick und Willi
Ruthenbeck
Start | Sagenwelt | Ur- & Frühgeschichte | 19. Jahrhundert | Die Arbeiterklasse | Neues Leben | Schulwesen | Kultur | Dabels Umgebung
Impressum | Copyright 2007 © Medienarchitekten Berlin