Die Geschichte bis zum 19. Jahrhundert | Teil 3

Der Krieg hatte im ganzen Land furchtbare Verwüstungen hinterlassen. Mecklenburg war fast zur Einöde geworden.

Die Städte hatten etwa drei Viertel ihrer Bevölkerung, das platte Land noch mehr verloren. Kaum 50000 Menschen wohnten noch im ganzen Land, gegen etwa 300000 vor dem Kriege. Viele Dörfer waren ganz vom Erdboden verschwunden, die Menschen von der Pest dahingerafft. Die Geschichtsschreiber berichteten von fast allen Orten "Es war Wüste". Auch die fürstlichen Kassen waren leer geworden. Große Gebiete wechselten ihre Besitzer gegen Anleihen oder andere Verpflichtungen.

So kommt Dabel 1642 als Äquivalent für die Ablösung von Verpflichtungen aller Art, die das Kloster an die Fürsten zu leisten hatte, in fürstlichen Besitz und scheidet damit für immer aus dem Klosterverband aus. Herzog Adolf Friedrich übergibt der verwitweten Oelgard von Passow die Ämter Lübz und Crivitz für bedeutende Summen, die sie dem Herzog geliehen hatte, in Pfandbesitz. Damit gehört auch Dabel nun zu ihrem Besitz. Sie ist es, die Leben und Ordnung in das durch den Krieg und die Pest zu Grunde gerichtete Dorf zurückführt. Nach einem amtlichen Bericht vom Februar 1645 sind nur drei Bauern übrig geblieben.

AIle Bauernstellen wieder zu besetzen, ist nicht möglich, aber einige werden doch gefunden. Oelgard von Passow vereinigt sieben ehemalige Hufen zu einem Pachthof und setzt hier als Pächter den Pensionarius Asmus Behrens ein, der schon 1645 genannt wird. So ist der Dabeler Hof entstanden, von dem zwar nach und nach immer wieder einige Bauernstellen abgetrennt werden, jedoch bis zur Bodenreform 1946 bestehen bleibt. Die Kirche, die im 13./14. Jahrhundert gebaut wurde und im 30jährigen Krieg bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, wurde nun wieder aufgebaut.

Die Dabeler Kirche
Die Dabeler Kirche

 

Die Dabeler Kirche im Jahre 2007
Die Dabeler Kirche im Jahre 2007

 

        
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